Schüler der Grundschule in der Klasse

Lernen erfolgt durch und mit Sprache - in allen Schulfächern, weil Denken, Lernen und Sprache eng zusammenhängen.

Sprachliche Stolpersteine in einer 3. Schulstufe

Ein Kind hebt etwas vom Sparbuch ab. Das Wort "abheben" war für viele Kinder nicht verständlich. Erkärungen für dieses Wort gab es viele, so etwa "wegnehmen" im Sinn von subtrahieren bis "etwas stehlen". Ebenso interessant war eine Erklärung für das Wort "verteilen" in der Aussage "Opa verteilt 12 Äpfel". Schülerinnen und Schüler: "In der Stadt Zettel am Baum aufhängen" (Begriff aus der Alltagssprache: "Zettel verteilen"). Auch hier konnte die Lehrerin den Begriff "teilen" durch anschauliches Tun klären. Sie nahm eine Tafel Schokolade, die geteilt und anschließend verteilt wurde. Schülerinnen und Schüler könnten selbst Dinge (zum Beispiel Apfel, Bananen et cetera) teilen und anschließend verteilen.

Tipps für einen sprachsensiblen Unterricht in der Grundschule


Selbst Sprachvorbild sein und sprachsensibel agieren

  • Auf ein gemäßigtes Sprechtempo und auf eine deutliche Aussprache achten.
  • Gezielt Standardsprache verwenden.
  • Körpersprache, Mimik und Gestik einsetzen.

Zur Sprachproduktion ermutigen

  • Behutsam korrigieren durch korrektes Wiederholen der fehlerhaften Aussagen.
  • Sprachliche Ressourcen der Schülerinnen und Schüler imm wieder mit einbeziehen.
  • Denkprozesse nicht unterbrechen.

Unterricht kompetenzorientiert planen

  • Inhaltliche Ziele setzen und für die Umsetzung geeignete Methoden und Organisationsformen wählen
  • Sozialformen, wie zum Beispiel Gruppenarbeit, Partnerarbeit, Spiele für mehr Sprechanteil der Schülerinnen und Schüler, wählen.
  • Materialien verwenden, die kognitiv und sprachlich fordern.
  • Sprachanforderungen im Unterricht berücksichtigen: Fachvokabular, Satzstrukturen ...
  • Die Schülerinnen und Schüler zuerst mit unbekanntem Vokabular bekannt machen, bevor dieses in Aufgabenstellungen vorkommt.

Lernunterstützende Zusatzmaterialien einsetzen und alle Sinne der Kinder ansprechen

  • Bildmaterial unterstützt fachliches Verstehen.
  • Der Einsatz praktischer und taktiler Materialien reduziert komplexe sprachliche Anforderungen.
  • Diverse freie digitale Tools können gezielt für sprachliche Kommunikation verwendet werden.
  • Auf Tonträger gesprochene Bücher unterstützen Schülerinnen und Schüler inhaltlich und sprachlich.

Aufgabenstellungen sprachsensibel formulieren

  • Verben an den Anfang setzen - besonders bei schriftlichen Arbeitsaufträgen.
  • Pausen zwischen Sätzen verschaffen, Schülerinnen und Schülern Zeit für eine positive Verarbeitung der Inhalte.
  • Aufgabenstellungen kurz und prägnant formulieren - pro Satz nur einen Auftrag geben.

Sprachlernhilfen (Scaffolds) einsetzen zur Förderung der Sach- und Textkompetenz

  • Redemittel zur Verfügung stellen: Wortboxen, Satzanfänge, Nomen mit Artikel ...
  • Wortspeicher zu verschiedenen Themenbereichen, zum Beispiel Lernplakate.
  • Komplexe Texte adaptieren.
  • ​​​​​​​Schülerinnen und Schüler bei Handlungen sprechend begleiten.