Diese drei Schulen zeigen, wie KI im Unterricht bereits heute funktioniert
Lehrkräften zwischen Unsicherheit und Experimentieren
Künstliche Intelligenz verändert die Art, wie wir leben und lernen. In den Allgemeinbildenden Höheren Schulen (AHS) schlägt sich das schon im Lehrplan wieder: Ab dem Schuljahr 2027/28 wird der Informatikunterricht um den Schwerpunkt KI ergänzt. Auch die Pflichtschulen beschäftigen sich mit den neuen Möglichkeiten. Allerdings sind viele Lehrkräfte noch unsicher, welche Tools sie wie einsetzen: In der aktuellen Jugend-Medien-Studie sagt ein Viertel der Lehrerinnen und Lehrer, dass sie lieber ganz die Finger von KI lassen. Viele haben keine konkrete Vorstellung, wie sie Künstliche Intelligenz einsetzen, heißt es in der TALIS-Studie 2024. Andere hingegen experimentieren bereits mit neuen Apps und Plattformen, um den Unterricht abwechslungsreicher zu gestalten oder die Vor- und Nachbereitung zu vereinfachen - mit wechselndem Erfolg. Wir haben drei Schulen besucht, die bereits wertvolle praktische Erfahrungen sammeln konnten und konkrete Lösungen zeigen.
KI in der Volksschule Hagenberg
Praktische Erfahrungen von anderen Lehrkräften können dabei wichtige Orientierung und Anregung bieten, sagt Martina Ketterer-Hager, Direktorin der Volksschule Hagenberg im Mühlkreis. Als KI-Pilotschule setzen die Lehrkräfte schon ab der zweiten Schulstufe verschiedene Tools ein, um die Kinder auf die Chancen und Risiken der neuen Möglichkeiten vorzubereiten. Von zentraler Bedeutung ist das Projekt digicase, mit dem Kinder spielerisch das algorithmische Denken üben. Im Video sind diese Tools zu sehen:
Mathematik: Die schlaue Recheneule
Kunst und Gestaltung: Animated Drawings
Kunst und Gestaltung: Quick, Draw!
KI in der Mittelschule Steyregg
Einen offenen Umgang mit der Künstlichen Intelligenz pflegt auch die Informatik Mittelschule Steyregg, betont Astrid Braun: Sie unterrichtet Deutsch und Digitale Grundbildung und beobachtet, dass viele Schülerinnen und Schüler das Gefühl haben zu schummeln, wenn sie KI verwenden. Spricht man aber offen über die Vor- und Nachteile, gelingt den Jugendlichen ein kompetenter Umgang. Ihr Kollege David Lindenbauer empfiehlt Lehrkräften eine umfassende Prompt-Sammlung, um wiederkehrende Aufgaben schnell und effizient lösen zu können. Im Video sind diese Tools zu sehen:
Digitale Grundbildung: simpleshow
KI an der Pestalozzischule Vöcklabruck
Einen anderen Fokus hat der Einsatz von KI an der Pestalozzischule Vöcklabruck: Im Berufsvorbereitungsjahr dürfen die Jugendlichen mit Sonderpädagogischen Förderbedarf (SPF) jegliche KI-Unterstützung in Anspruch nehmen, um sich im späteren Leben besser zurechtzufinden, schildert Paul Kotek. Künstliche Intelligenz biete nicht nur in der Sonderpädagogik eine einfache Differenzierung und Individualisierung: So können sich zum Beispiel Apps auf das Niveau der Schülerinnen und Schüler anpassen. Im Video sind diese Tools zu sehen:
Fortbildungen, Austausch und Experimentieren
Die Beispiele machen deutlich, dass es nicht den einen richtigen Weg gibt. Entscheidend ist, KI an die jeweilige Lerngruppe anzupassen. Alle drei Schulen empfehlen Lehrkräften, sich schrittweise mit KI vertraut zu machen und eigene Erfahrungen zu sammeln. Fortbildungen vermitteln Grundlagen. Der Austausch mit Kolleginnen und Kollegen liefert praxiserprobte Ideen. Eigenes Ausprobieren schafft Sicherheit im Unterricht. Schule kann die rasante Entwicklung der Künstlichen Intelligenz zwar nicht vollständig abbilden. Sie kann Schülerinnen und Schüler jedoch befähigen, KI kritisch, reflektiert und kompetent zu nutzen.