EU: Stufenmodell soll Jugendliche vor Social Media schützen

Eine internationale Expertengruppe hat ihren Bericht an Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen übergeben und empfiehlt unter anderem eine Altersgrenze von 13 Jahren für TikTok, Snapchat und Co. Nach dem Sommer will die Kommission einen Vorschlag präsentieren. Österreich hält an seinen eigenen Plänen für Social Media fest.

Jugendliche am Handy

Stufenmodell zum Schutz der Kinder

Wie kann der Schutz von Kindern und Jugendlichen im Internet verbessert werden? Darum geht's in dem Bericht, den Fachleute unter der Leitung von Maria Melchior, Direktorin des französischen Instituts für Gesundheit und medizinische Forschung (INSERM), und Jörg M. Fegert, Ärztlicher Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie am Universitätsklinikum Ulm, am Montag veröffentlicht haben. "Auf der Basis der vorliegenden Evidenz empfehlen wir die EU-weite harmonisierte Einführung einer Zugangsbeschränkung zu 'Social Media Plus' für Kinder unter 13 Jahren", so Fegert. Danach empfehlen die Fachleute ein abgestuftes Modell: Plattformen, die nachweisen, dass sie ausreichend für die Sicherheit von Kindern und Jugendlichen sorgen, sind dann womöglich ab 13 erlaubt, andere wiederum ab 15 oder 16 Jahren. 

Sichere Alterskontrolle

Damit diese Beschränkungen funktionieren, brauche es eine effektive und sichere Alterskontrolle. Die Fachleute verweisen auf die Erfahrungen in Australien, wo viele Kinder die Altersgrenze für Social Media umgehen. Die EU bereite eine benutzerfreundliche und datenschutzkonforme App zur Altersverifzierzung vor, betonte Kommmissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Darüber hinaus arbeiten zahlreiche EU-Mitgliedsstaaten bereits an einem eigenen Social-Media-Verbot, darunter auch Österreich. Daran arbeite man weiter, zitierte Der Standard aus Regierungskreisen. "Länderspezifische Zugangsbeschränkungen, auch für Über-13-Jährige, könnten für die Plattformen sogar einen zusätzlichen Anreiz bieten, schneller Angebote zu entwickeln, die von Anfang an sicher sind", sagte Experte Fegert.

Gesetzesentwurf im September

Zusätzlich biete ein EU-einheitliches Social-Media-Verbot große Vorteile, habe die EU doch mehr Möglichkeiten, die Altersgrenzen gegenüber den Tech-Plattformen durchzusetzen. Von der Leyen betonte die Verantwortung der Plattformen sowe die Notwendigkeit altersgerechter Beschränkungen und kündigte an, im September einen Gesetzesentwurf zu präsentieren. “Es geht darum, ob und wann soziale Medien Zugang zu unseren Kindern haben können.” Laut einer ebenso am Montag veröffentlichten Eurobarometer-Umfrage befürworten zwei Drittel der Europäerinnen und Europäer EU-weite Social-Media-Beschränkungen für Kinder und Jugendliche.

Zum Bericht der Expertengruppe