Neuer Lehrplan "Informatik und Künstliche Intelligenz"

Künstliche Intelligenz verändert Schule, Unterricht und den Alltag von Kindern und Jugendlichen. Mit dem neuen Lehrplan „Informatik und Künstliche Intelligenz“ für die AHS-Oberstufe wird KI künftig systematisch im Unterricht verankert. Grundlage dafür bildet das österreichische KI-Basiscurriculum, das im Rahmen des Aktionsplans KI-Kompetenzen für Österreich entwickelt wurde. Der Lehrplan orientiert sich an dessen zentralen Lernfeldern und schafft einen praxisnahen Rahmen für den Aufbau von KI-Kompetenzen.

Kind, das einen KI-Chatbot am Smartphone verwendet

„Künstliche Intelligenz verändert, wie wir lernen, arbeiten und Informationen einordnen. Daher ist es entscheidend, dass Schülerinnen und Schüler frühzeitig ein fundiertes Verständnis für KI entwickeln, um sie effizient nutzen und verantwortungsbewusst damit umgehen zu können. Mit dem neuen Lehrplan ‚Informatik und Künstliche Intelligenz‘ verankern wir diese Zukunftskompetenz systematisch in der Schule und stärken damit die digitale Mündigkeit junger Menschen“, betont Bildungsminister Christoph Wiederkehr.

KI als fester Bestandteil des Informatikunterrichts

Der neue Lehrplan versteht Künstliche Intelligenz als integralen Bestandteil digitaler Bildung. Neben technischen Grundlagen stehen auch Datenkompetenz, kritisches Denken, gesellschaftliche Verantwortung und die reflektierte Nutzung von KI-Anwendungen im Mittelpunkt.

Das österreichische KI-Basiscurriculum dient dabei als unterstützender Orientierungsrahmen für Lehrkräfte und Bildungseinrichtungen. Es zeigt auf, welche grundlegenden KI-Kompetenzen Lernende erwerben sollen und wie diese altersgerecht vermittelt werden können.

„Unser Ziel ist ein zeitgemäßer Informatikunterricht, der technisches Verständnis mit kritischem Denken verbindet. Schülerinnen und Schüler sollen KI-Anwendungen nicht nur nutzen können, sondern auch verstehen, wie sie funktionieren, wo ihre Grenzen liegen und welche Auswirkungen sie auf Gesellschaft, Demokratie und Arbeitswelt haben“, so Wiederkehr.

KI-Basiscurriculum: Sieben Kompetenzbereiche für die Bildungsarbeit

Das von der Universität für Weiterbildung Krems entwickelte KI-Basiscurriculum richtet sich an Menschen ohne technisches Vorwissen und bietet Lehrenden eine gemeinsame Grundlage für die Vermittlung von KI-Kompetenzen.

Es umfasst sieben zentrale Lernfelder:

  • KI erkennen und verstehen
  • Verantwortungsvoll mit KI umgehen
  • KI-gestützte Informationen reflektieren und bewerten
  • Kommunizieren und kooperieren mit KI
  • Kreativ gestalten mit generativer KI
  • Prozesse gestalten und Entscheidungen treffen mit KI
  • Lernen, leben und Beziehungen pflegen mit und trotz KI

Aktionsplan bündelt Maßnahmen für ganz Österreich

Der Aktionsplan KI-Kompetenzen für Österreich führt die verschiedenen Initiativen in einem gemeinsamen Umsetzungsrahmen zusammen. Er richtet sich an Schulen, Weiterbildungseinrichtungen, Hochschulen, Unternehmen, Verwaltung und Wissenschaft und verfolgt das Ziel, KI-Kompetenzen in der gesamten Gesellschaft nachhaltig zu stärken.

Kern des Aktionsplans ist ein dreistufiges Kompetenzmodell – von grundlegenden KI-Kompetenzen über Anwendungskompetenzen bis hin zu vertiefter KI-Expertise. Ergänzt wird dieses durch drei Basisprogramme: das KI-Basiscurriculum als Referenzstandard, die Initiative „She goes AI“ zur Förderung von Frauen im KI-Bereich sowie ein AI Skills Dashboard, das die Entwicklung der KI-Kompetenzen sichtbar machen soll.

„Künstliche Intelligenz darf kein Spezialwissen für wenige bleiben. KI-Kompetenzen müssen so selbstverständlich werden wie Lesen, Schreiben und Rechnen. Mit dem neuen Lehrplan, dem österreichischen KI-Basiscurriculum und dem Aktionsplan KI-Kompetenzen schaffen wir die Grundlage dafür, dass junge Menschen KI verstehen, kritisch einordnen und verantwortungsvoll nutzen können“, erklärt Digitalisierungsstaatssekretär Alexander Pröll.

Schule bereitet auf die digitale Zukunft vor

Studien zeigen, dass viele Menschen ihr Wissen über Künstliche Intelligenz noch als gering einschätzen, während KI-Anwendungen bereits zunehmend genutzt werden. Umso wichtiger ist es, Schülerinnen und Schüler frühzeitig auf einen kompetenten und reflektierten Umgang mit KI vorzubereiten.

„Schule muss junge Menschen auf eine Welt vorbereiten, in der KI eine immer größere Rolle spielt. Dazu gehören Anwendungskompetenz, kritische Urteilsfähigkeit und ein reflektierter Umgang mit digitalen Werkzeugen. Der neue Lehrplan ist dafür ein wichtiger Schritt“, so Wiederkehr.

Pröll ergänzt: „Unser Ziel ist ein KI-kompetentes Österreich. Das beginnt in der Schule, reicht in die Erwachsenenbildung, in Betriebe, Hochschulen und Verwaltung und endet nicht beim Umgang mit einzelnen Tools. Wir wollen, dass Menschen KI sicher, produktiv und vertrauenswürdig nutzen können – und dass Österreich diese Schlüsseltechnologie souverän mitgestaltet.“

Gestaffelt ab Herbst 2027 in Kraft

Die neuen Lehrpläne sollen schrittweise in Kraft treten: für die fünften Klassen am 1. September 2027, für die sechsten Klassen am 1. September 2028, für die siebenten Klassen am 1. September 2029 und für die achten Klassen am 1. September 2030. Die Begutachtungsfrist läuft bis 11. August.

Quelle: Bildungsministerium