Kopftuchverbot: Kein Ansturm auf häuslichen Unterricht

Der erwartete Anstieg beim häuslichen Unterricht durch das Kopftuchverbot für Mädchen unter 14 Jahren ist ausgeblieben. Die Bildungsdirektionen melden nur einen geringfügigen Anstieg von 1.900 auf knapp 2.000. Burschen werden häufiger daheim unterrichtet als Mädchen.  

Mädchen mit Kopftuch in Klasse

70 Mädchen mehr abgemeldet

Seit dem heurigen Schuljahr gilt an österreichischen Schulen das Kopftuchverbot für Mädchen unter 14 Jahre. Die befürchtet Flucht in den häuslichen Unterricht wurde dadurch aber nicht ausgelöst: Nur rund 70 Mädchen in dieser Altersgruppe sind zusätzlich für den Unterricht daheim angemeldet worden. Das entspricht den Schwankungen der Vorjahre. Insgesamt stieg die Zahl der Kinder und Jugendlichen in häuslichem Unterricht von rund 1.900 auf knapp 2.000. In den Bildungsdirektionen konnte man keinen Zusammenhang mit dem Kopftuchverbot feststellen.

Unterrichts- statt Schulpflicht

Eltern können ihre Kinder daheim unterrichten, weil in Österreich keine Schul-, sondern nur eine Unterrichtspflicht gilt. Kinder können außerdem Privatschulen ohne Öffentlichkeitsrecht besuchen, die selbst keine Schulzeugnisse vergeben dürfen. Nach dem starken Anstieg der Abmeldungen in Folge der Corona-Pandemie wurden die Regeln verschärft: Abmeldungen für das nächste Schuljahr müssen etwa schon bis Beginn der Sommerferien angezeigt werden, nicht erst zum Ferienende. Um Prüfungstourismus in bekannt "leichte" Schulen zu verhindern, nehmen auch eigene Kommissionen die Externistenprüfungen ab.

Niederösterreich führt bei häuslichem Unterricht

Die meisten Abmeldungen zum häuslichen Unterricht gibt es in Niederösterreich (477), gefolgt von der Steiermark (294), Wien (284) und Oberösterreich (254). Buben werden häufiger abgemeldet als Mädchen.

Quelle: APA Science