Mehr als 1.100 Kinder schwänzten Sommerschule

Teilnahmerekord auch bei Freiwilligen
Die Sommerschule konnte heuer einen neuen Rekord verzeichnen: 60.400 Kinder waren angemeldet, davon 44.800 freiwilllig - ein deutliches Plus zum Vorjahr (41.100). Zusätzlich waren erstmals 15.600 Kinder zur Teilnahme verpflichtet: die aufgrund mangelnder Deutschkenntnisse am ersten Tag des Sommersemesters eine Deutschförderklasse besuchten oder erst im Sommersemester als außerordentliche Schülerinnen und Schüler aufgenommen wurden.
Sieben Prozent Sommerschulschwänzer
Doch mit der Pflicht haben es nicht alle so genau genommen: Die Bildungsdirektionen haben insgesamt 1.133 Schulpflichtverletzungen gemeldet - das entspricht rund sieben Prozent all jener, die zur Sommerschule verpflichtet waren. Insgesamt sind knapp 2.000 Kinder, die für die Sommerschule angemeldet waren, nicht erschienen. In Oberösterreich waren es laut Bildungsdirektion genau 229 Kinder. Die meisten Schulpflichtverletzungen gab es in Wien, wo auch die meisten Kinder zur Teilnahme verpflichtet waren.
4.200 Gruppen an 920 Standorten
Ursprünglich war die Sommerschule 2020 eingeführt worden, um Kinder und Jugendliche mit coronabedingten Lernrückständen zu unterstützen. Seit 2022 steht das Angebot auch Schülerinnen und Schülern mit besonderen Interessen und Begabungen offen. Heuer wurde erstmals ein Schwerpunkt auf Sprachförderung gelegt. An den 920 Sommerschulstandorten in ganz Österreich haben 4.800 Lehrkräfte insgesamt 4.200 Gruppen geführt. Davon waren 3.362 Lehrpersonen in einem aufrechten Dienstverhältnis, 1.432 waren über einen Vertrag beschäftigt, also vor allem Studierende oder Lehrerinnen und Lehrer im Ruhestand.
“Mehr Chancengerechtigkeit”
Bildungsminister Christoph Wiederkehr betonte, wie wichtig dieses Angebot sei. "Besonders freut mich, dass wir mit der verpflichtenden Teilnahme für Schülerinnen und Schüler in Deutschförderklassen einen weiteren Schritt für mehr Bildungschancen gesetzt haben. Die Sommerschule schafft bessere Voraussetzungen für einen guten Start ins neue Schuljahr und ist damit ein wichtiger Baustein für mehr Chancengerechtigkeit."