Schüler retten Leben - Neu in OÖ!

Der plötzliche Herztod gilt in der westlichen Welt als dritthäufigste Todesursache. Jede/r zehnte BürgerIn erleidet statistisch gesehen einen außerklinischen Herzstillstand.

Von den 12.000 Menschen, die jedes Jahr in Österreich einen plötzlichen Herzstillstand erleiden, versterben ca. 10.000. Wenn mehr Laien sofort nach dem Herzstillstand Wiederbelebungsmaßnahmen beginnen würden, könnten mehr als 1.000 davon zusätzlich gerettet werden.

Rettungsdienst kommt nach 8-11 Minuten - das Gehirn stirbt nach 3-5 Minuten

Der Rettungsdienst kommt im Durchschnitt nach frühestens 8-11 Minuten, das Gehirn stirbt jedoch bereits nach 3-5 Minuten. Wenn sofort mit einer Herzdruckmassage begonnen wird, verdreifacht sich die Überlebensrate.

Im Vergleich zu Ländern wie Skandinavien oder den USA ist die Wiederbelebung durch Ersthelfer in Österreich eher niedrig (Skandinavien 40-70%, USA 40-50%, Deutschland und Österreich 10-20%). Hier besteht erhebliches Verbesserungspotenzial.

Wiederbelebung als Kulturfertigkeit bereits im Kindesalter 

Wenn die Kompetenz der Wiederbelebung als Kulturfertigkeit bereits im Kindesalter lebenslang verankert wird, könnte die Wiederbelebungsrate signifikant verbessert werden. Es ist wissenschaftlich mittlerweile belegt, dass Kinder vor der Pubertät geringere Hemmungen gegenüber der Anwendung von Erster Hilfe aufweisen. In verschiedenen skandinavischen Ländern ist Wiederbelebung seit mehr als 15 Jahren im Lehrplan der Grundschule verankert.

Initiative "Schüler retten Leben" erstmals ab Herbst in Oberösterreich!

Die WHO hat aus diesem Grund 2015 die Initiative "KIDS SAVE LIVES" empfohlen. Diese Idee wird nun auch in Oberösterreich gemeinsam mit dem Oberösterreichischem Jugendrotkreuz erstmals umgesetzt. Unter dem Namen "Schüler retten Leben" werden alle Schulen in OÖ ab der Sekundarstufe angesprochen.

In 2 Unterrichtseinheiten pro Schuljahr soll (auf freiwilliger Basis) Wiederbelebung in jeder Klasse einer Schule Thema im Unterricht sein - Fächer wie Biologie, Turnen oder naturwissenschaftlich orientierte Fächer bieten sich für diese Trainings an.

Ziel ist, dass jede/r SchülerIn bis zum Ende der Pflichtschulzeit, und SchülerInnen der höheren Schulen bis zur Matura in Wiederbelebung geschult werden.

Lehrbeauftragte in Erste Hilfe sind primäre Ansprechpartner für dieses Projekt. Diese werden im Rahmen ihrer Fortbildungen beim oö. Jugendrotkreuz im Ausmaß von ca. 4 Stunden alle 5 Jahre für das Thema Wiederbelebung in Schulen vorbereitet.

Wie können Schulen mitmachen?

Alle Schulen, die sich für diese Initiative interessieren, können sich beim Oberösterreichischen Jugendrotkreuz bei folgender Ansprechperson melden:


Petra Brenner-Pröller

Landeskoordinatorin für den Fachbereich Aus-, Fort- und Weiterbildung
ÖSTERREICHISCHES ROTES KREUZ, LANDESVERBAND OÖ.
ÖSTERREICHISCHES JUGENDROTKREUZ, LANDESLEITUNG OÖ.
Körnerstraße 28, 4020 Linz, Österreich
Tel: 0732/7644-194
E-Mail: petra.proeller@o.roteskreuz.at 


Jede Schule, die sich bei diesem Projekt beteiligen möchte, muss ein Basispaket erwerben. Dieses Paket enthält Puppen für die SchülerInnen (10-15 Stück) und Demonstrationsmaterial für Lehrkräfte. Denkbar wäre, dass sich zwei benachbarte Schulen ein Basispaket teilen, um Kosten zu sparen. Die Projektverantwortlichen würden auch behilflich sein, in jeder Schule direkt auf den jeweiligen Kostenträger zuzugehen. Es könnte auch der Elternverein oder die örtliche Industrie bei der Finanzierung miteinbezogen werden.

Die Überlebenswahrscheinlichkeit steigern durch Wiederbelebung im Unterricht

In Österreich stirbt alle 30 Minuten ein Mensch an plötzlichem Herztod. Das Überleben hängt sehr von der rasch einsetzenden und qualitativ guten Wiederbelebungsmaßnahmen ab. Das Ziel ist, dass es eine Selbstverständlichkeit wird, sofort mit der Wiederbelebung zu starten, wenn jemand kollabiert. SchülerInnen werden so zu Lebensrettern! 

Weltrekordversuch zur Wiederbelebung am 22.9.2018 auf der Trabrennbahn in Wels

Im Rahmen der Retter Messe Wels wird am 22. September erstmals ein Weltrekordversuch in Oberösterreich gestartet. Das Ziel: Möglichst viele gleichzeitige Wiederbelebungstrainings an einer Übungspuppe durchzuführen und die Bevölkerung zum Thema Laien-Reanimation zu sensibilisieren. Bei diesem Weltrekordversuch werden über 12.000 Menschen erwartet!


Das Projekt wurde ausgehend von der Initiative "Kids Save Lives“ vom europäischen Wiederbelebungsrat ERC ins Leben gerufen. Der österr. Wiederbelebungsrat hat das Projekt als „Kids Save Lives Österreich“ aufgenommen und in Oberösterreich wird die Aktion unter dem Namen „Schüler retten Leben“ ab Herbst 2018 gestartet. Die Initiative wird von Dr. Markus Simmer (österreichischer Rat für Wiederbelebung) in Kooperation mit dem oberösterreichischen Jugendrotkreuz durchgeführt.