Gezielte Förderung bei Lese- und Rechtschreibstörung

Der Autor ist Sprachheilpädagoge. Mit seinem Buch bezweckt er eine Hilfestellung für Lehrer. Sie sollen Fördermaterialien reflektiert einsetzen können und müssen sich daher mit Ursachen, spezifischen Defiziten etc. auseinandersetzen. Das Buch beschränkt sich aber nicht auf die Theoriegrundlagen, sondern führt im zweiten Teil praktisch umsetzbare Vorschläge an, die der Autor aus seiner Erfahrung einbringen kann.

Buchtitel:Gezielte Förderung bei Lese- und Rechtschreibstörung.  Praxis der Sprachtherapie und Sprachheilpädagogik
AutorInnen: Mayer A
Verlag: E. Reinhardt
Erschienen: 2010

Zum Inhalt

Der Aufbau des Buches im einzelnen: Im ersten Kapitel geht es um Schriftsprache und Lautsprache, wie diese beiden zusammenhängen, was sie für die Lese-Rechtschreibstörung bedeuten. Es schildert auch die Zusammenhänge zwischen lautsprachlichen Fähigkeiten, Worterkennung und Leseverständnis, ja, es gelingt sogar, Lesestörungen auf Grundlage sprachlicher Defizite zu klassifizieren.

Das zweite Kapitel liefert  eine Folie der "Normalität": den ungestörten -Schriftspracherwerb und die einzelnen Stufen: präliterale, logographemische, alphabetische, orthographische und integrativ-automatisierte Fähigkeiten bzw. Strategien.  Das dritte Kapitel macht die Bedeutung der phonologischen Informationsverarbeitung für den Schriftspracherwerb bewusst. Phonologische Bewusstheit und Benennungsgeschwindigkeit sind dabei zwei Konzepte, die auch besondere Bedeutung für die Testung von Lese- und Rechtschreibstörungen besitzen. Kapitel 4 bringt auf viereinhalb Seiten einen umfassenden Überblick über diagnostische Verfahren.

Kapitel 5 geht auf die Förderung ein. Es werden Qualitätskriterien für die Förderung der phonologischen Bewusstheit dargestellt wie z.B. systematisches Training der Phonemanalyse und -synthese, die Fokussierung impliziter Fähigkeiten im Vorschulalter, die Integration von Übungen auf Onset- und Reim-Ebene.  Der Autor geht auf die verschiedenen Bereich ein: Z.B. Förderung beim Erwerb der Phonem-Graphem-Korrespondenzen, bei automatisierten Worterkennen, beim schriftsprachlichen Ausdruck. Die Förderungsmöglichkeiten werden durch Abbildungen, Fotos, Übersichten und konkrete Hinweise unterstützt. Als Beispiel für die Ausgefeiltheit der Förderung seien die Verstehensstratefien (Seite 118) angeführt: Zunächst wird das Vorwissen aktiviert, dann werden Vermutungen über das im Text Folgende angestellt (Antizipation), nach einem Textabschnitt wird das Wesentliche, Neue, Bedeutungsvolle heraus gearbeitet. Nun folgt das Monitoring, womit die wache Selbstkontrolle  des Lesens und  Verstehens gemeint ist. Schließlich werden zum Textthema bildhafte Vorstellungen entwickelt.

Das Buch ist klar konzipiert, kommunikativ angelegt,  durch seine Schlüssigkeit überzeugend und durch die praktischen Umsetzungsvorschläge anregend!

Meta-Daten

Sprache
Deutsch
Anbieter
Education Group
Veröffentlicht am
11.03.2013
Link
https://www.schule.at/bildung/rezensionen/detail/gezielte-foerderung-bei-lese-und-rechtschreibstoerung.html
Kostenpflichtig
nein