5. Oö. Jugend-Medien-Studie 2017

© juripozzi/iStock/Thinkstock
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Wie sieht die Medienwelt der 11- bis 18-Jährigen aus? Welche Medien besitzen sie und worauf können sie gar nicht verzichten? Welchen Stellenwert haben WhatsApp, Facebook & Co und können sich eBooks durchsetzen? Seit mittlerweile 9 Jahren gibt es Vergleichszahlen zum Medienverhalten der Jugendlichen.

YouTube und WhatsApp am Vormarsch - TV und Facebook rückläufig


Das Medienverhalten der 11- bis 18-Jährigen

Das Medienverhalten wurde aus drei verschiedenen Blickwinkeln betrachtet:

  • Jugendliche zwischen 11 und 18 Jahren
  • Eltern mit Kindern im Alter zwischen 11 und 18 Jahren
  • PädagogInnen der Sekundarstufe 1 (NMS, PTS und AHS Unterstufe)

Die zentralen Ergebnisse im Überblick

  • Auch wenn die Medienauswahl immer größer wird, Freunde real zu treffen liegt bei Oberösterreichs Jugendlichen noch immer an erster Stelle. An zweiter Stelle liegt, mit den Freunden (meist über WhatsApp) zu chatten, an dritter Stelle folgt die Beschäftigung mit Computer und Smartphone.
  • Die Bedeutung des TV-Geräts nimmt immer mehr ab. Im Vergleich zum Jahr 2008, in dem 62 % der Jugendlichen nicht darauf verzichten konnten, sank die Prozentzahl auf 31 %. Streaming-Dienste wie Netflix & Amazon sowie Internet-Plattformen, wie beispielsweise YouTube, verdrängen den Fernseher immer mehr.
  • Smartphone ist der Alleskönner: Am häufigsten chatten Jugendliche mit dem Smartphone (76 %), gefolgt von Musik hören (69 %), Fotos machen (68 %), YouTube schauen (68 %), im Internet surfen und telefonieren (je 63 %).
  • Im Trend sehen die Eltern den Medienkonsum der Kinder gelassener als früher, sie dürften mehr in die Kinder vertrauen. Dennoch gibt es klare Regeln für die Benützung digitaler Geräte. Smartphones dürfen z.B. 45 % uneingeschränkt nutzen (- 14 % im Vergleich 2015) und 40 % teilweise (+ 21 % im Vergleich 2017).
  • PädagogInnen treten Neuen Medien aufgeschlossen gegenüber. Gaben 2013 noch 9 % der PädagogInnen an, Tablets im Unterricht einzusetzen, sind es 2017 bereits 50 %.

Alle Ergebnisse im Detail finden Sie unterhalb in den Charts, der Kurzzusammenfassung und in den Videoclips.

5. Jugend-Medien-Studie 2017: Medienverhalten von Jugendlichen im Wandel


Seit mittlerweile 9 Jahren beobachtet die Education Group das Medien- und Freizeitverhalten der 11- bis 18-Jährigen.

Das Internet steht praktisch allen Jugendlichen zur Verfügung. Der Zugang erfolgt hauptsächlich über das Smartphone (91 %) und über den PC oder Laptop (86 %).

YouTube legt zu – Facebook sackt weiter ab: Die beliebteste Internetseite von 2015 konnte 2017 sogar noch weiter zulegen. 78 % (+ 5 % im Vergleich zu 2015) der Jugendlichen nannten auf die Frage nach ihren drei beliebtesten Internetseiten YouTube. Mit 45 % folgt WhatsApp, mit 39 % Google, mit 33 % Instagram und nur noch 24 % Facebook. Dies bedeutet ein Minus von 16 % gegenüber 2015 und sogar ein Minus von 47 % zu 2013.

Kommunikation ist gleich WhatsApp: Mit Freunden treten Oberösterreichs Jugendliche am liebsten über einen Instant Messenger wie WhatsApp in Kontakt. Hier ist ein klarer Aufwärtstrend erkennbar, waren es 2015 nur 63 % sind es 2017 bereits 81 %. 2015 lag das Telefonieren mit 65 % an der Spitze, ist nun aber mit 58 % rückläufig und nur mehr auf Platz 2.

Die Verbreitung von Smartphone, Computer und Tablet wirkt sich auch auf die Onlineaktivitäten aus. Besonders beliebt ist mit 65 % die Nutzung von YouTube beim Surfen, chatten mit WhatsApp steht bei 40 % auf der Tagesordnung und 28 % schauen gerne Filme und Videos online. Auf Platz 4 liegen die Online-Communities wie Facebook und Instagram.

Wenn wir den Fokus nur auf das Smartphone legen, dann verwenden 76 % der Jugendlichen dieses für das Chatten mit WhatsApp, 69 % hören gerne Musik, 68 % machen Fotos bzw. schauen Clips auf YouTube, 63 % surfen im Internet. Die ursprüngliche Grundfunktion des Handys, das Telefonieren liegt gemeinsam mit Internetsurfen nur mehr auf Platz 5 mit 63 %.

Bildquelle: Thinkstock/iStock/Rohappy

5. Jugend-Medien-Studie 2017: Droht dem klassischen Fernsehen das Aus?


Die Bedeutung des guten alten Fernsehgeräts nimmt dramatisch ab! Konnten im Jahr 2008 62 % der befragten Jugendlichen nicht darauf verzichten, waren es 2011 und 2015 nur noch 47 bzw. 46 % und aktuell nur mehr 31 %.

Die Konkurrenten sind Streaming-Dienste und Internetvideos. 56 % sehen mehr als eine halbe Stunde fern pro Tag, 28 % nutzen einen Streamingdienst mehr als eine halbe Stunde täglich und gar 51 % sehen sich Kurzvideos im Internet an, bevorzugt auf YouTube.

Für die Durchschnittsdauer bedeutet dies folgendes: 56 Minuten werden täglich für das Fernsehen verwendet, 31 Minuten für Streaming und 49 Minuten für Onlineclips.

Als unverzichtbar gilt für die heutige Jugend ganz klar das Smartphone mit 78 %, gefolgt vom Internet mit 44 % und Computer oder Laptop mit 37 %. Erst dann kommt der Fernseher.

Jetzt kommt das große ABER: Auch wenn das Fernsehen rückläufig ist, geschaut wird trotzdem. 65 % der 11-18-Jährigen geben an, in ihrer Freizeit fernzusehen. Beliebter sind aber beispielsweise DVDs oder YouTube schauen mit 69 %, am Computer, Tablet oder Smartphone was zu machen mit 70 % oder mit WhatsApp oder Facebook mit Freunden zu kommunizieren. Wer glaubt, die Jugendlichen sind nur mehr online, den kann man beruhigen. Freunde treffen rangiert auf Platz 1 mit 80 %.

Bildquelle: Thinkstock/iStock/karelnoppe

Medienverhalten der Jugendlichen unterteilt in Themenblöcke

Zum Download

Befragt wurden:

  • Jugendliche aus Oberösterreich zwischen 11 und 18 Jahren (n=500), die maximale statistische Schwankungsbreite beträgt +/- 4,47 Prozent, Methode: Interviews
    Befragungszeitraum: 14.03. bis 25.04.2017
  • Eltern aus Oberösterreich mit Kindern im Alter zwischen 11 und 18 Jahren (n=207), die statistische Schwankungsbreite beträgt +/- 6,95 Prozent, Methode: face-to-face Interviews
    Befragungszeitraum: 28.03. bis 27.04.2017
  • PädagogInnen aus Oberösterreich aus NMS, PTS und AHS Unterstufe (n=100), die statistische Schwankungsbreite beträgt +/- 10,00 Prozent, Methode: telefonische CATI-Interviews
    Befragungszeitraum: 18.04. bis 21.04.2017

Die Studie wurde vom market Institut im Auftrag der Education Group durchgeführt.

Die Verwendung der Ergebnisse ist unter Nennung der Education Group GmbH als Rechteinhaberin erlaubt.