Aktuelle Trends im Suchtverhalten

© Thinkstock/iStock/Zoran Zeremski
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Am 6. April 2017 referierte der Suchtexperte Dr. Reinhard Haller beim Kooperationsprojekt "Praktische Präventionsarbeit an der Schule" in Salzburg zum Thema Sucht und Suchtprävention. Neben Gründen für die Entstehung von Suchtkrankheiten, zeigte er auch Schutzfaktoren gegen süchtiges Verhalten auf.

Reinhard Haller ist österreichischer Psychiater, Psychotherapeut und Neurologe. Den Schwerpunkt seiner Arbeit widmet er der Suchtforschung. Er ist zudem psychiatrischer Gerichtsgutachter, bekannt auch durch die Gutachten von Jack Unterweger, Franz Fuchs und den Amoklauf von Winnenden.

Dr. Reinhard Haller: Alte und neue Süchte (Teil 1)


„Allein die Dosis macht das Gift“ dieses Sprichwort aus dem Jahr 1538 geht auf den Schweizer Arzt, Alchemisten, Mystiker und Philosophen Paracelsus zurück. Der Spruch hat auch heute noch Gültigkeit und spielt, laut Dr. Reinhard Haller, in der Suchtprävention eine wichtige Rolle. Denn ein kultivierter Umgang sei der beste Schutz vor Sucht. In seinem Vortrag geht der Psychiater auf die Entstehung von Sucht und die Risikofaktoren ein. Er spricht über die unterschiedlichen legalen und illegalen Drogentypen in unserer Gesellschaft und deren Konsum.

Dr. Reinhard Haller: Alte und neue Süchte (Teil 2)


Im zweiten Teil seines Vortrages geht Dr. Haller auf Verhaltenssüchte ein. Laut Haller könne fast jedes menschliche Verhalten zur Sucht führen. Zu den neuen Süchten zählt in dieser Kategorie der Verhaltenssüchte die Computersucht. Laut einer Online-Befragung sind ca. 6-12% der Kinder und Jugendlichen internetsüchtig und 6% der Kinder, 9,3% der Zwölfjährigen und 9,1% der Jugendlichen abhängig von Computerspielen. Zum Abschluss stellt Haller die sieben Regeln gegen Sucht vor und regt Möglichkeiten zur Suchtprävention in Schulen an.

Die Seminarreihe "Praktische Präventionsarbeit an der Schule" ist ein Kooperationsprojekt von der Kontakt- und Informationsstelle für schulische Präventionsarbeit am Landesschulrat für Salzburg (KIS), der PH Salzburg, der KPH Edith Stein, der Polizei, der Ärztekammer und der BVA Salzburg.

Im Rahmen dieses Projektes hat es bereits zwei weitere Themenblöcke zu Gewaltprävention und Gesundheitsförderung gegeben. Unter "Lesen Sie auch" geht's zu Block 1 & 2.

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