Werner Gruber: Stern von Bethlehem am 21. Dezember sichtbar?

© Martina fotografiert/Werner Gruber, Titelbild: Rawpixel/iStock/Getty Images Plus

Am 21.12.2020 kommt es zu einer ganz ungewöhnlichen Planetenkonstellation, die Planeten Jupiter und Saturn kommen sich so nah wie selten. Was das mit dem Stern von Bethlehem zu tun hat? Wir haben bei Physiker, Autor und Science Buster Werner Gruber nachgefragt!



Jupiter trifft Saturn - die größte Annäherung seit 800 Jahren

Jupiter und Saturn, die beiden größten Planeten in unserem Sonnensystem, sind meist deutlich voneinander entfernt. Dieses Jahr, am 21. Dezember 2020, nähern sich die beiden so nah an, dass sie nur noch 0,1 Grad voneinander entfernt sind und uns dadurch wie "ein großer Stern" am Abendhimmel erscheinen.

"Wir werden am 21.12 eine Jupiter-Saturn-Konjunktion beobachten können, die in Verbindung gebracht wird mit dem Stern von Bethlehem und wir werden dieses Mal die größte Annäherung seit 800 Jahren haben", freut sich der österreichische Physiker Werner Gruber.

Was hat der Stern von Bethlehem damit zu tun?

Die Annäherung von Saturn und Jupiter könnte laut Gruber auch eine Erklärung für den "Stern von Bethlehem" sein.

"Wir sind hier natürlich auf Spekulationen angewiesen, da das genaue Geburtsdatum von Jesus Christus nicht überliefert ist. Wir wissen jedoch, dass Jesus Christus nicht im Jahre 0 geboren wurde, sondern ca. 7 Jahre vor dem Jahr 0. In Jahr 7 vor Christi gab es eine große Konjunktion, sodass Saturn und Jupiter sehr nah beieinander standen. Daher könnte der Stern von Bethlehem tatsächlich eine Konjunktion von Saturn und Jupiter gewesen sein.", meint Gruber.

Diese These stellte auch schon der Astronom Johannes Kepler auf. Er hatte bereits im 17. Jahrhundert berechnet, dass genau diese Konjunktion auch im Jahr sieben vor Christus aufgetreten ist.

Wann ist das Himmelsschauspiel am 21. Dezember am besten sichtbar?

Das Wetter muss natürlich mitspielen, damit man überhaupt etwas erkennen kann. Die Annäherung zwischen Jupiter und Saturn wird laut Gruber jedenfalls in den frühen Abendstunden am besten zu sehen sein.

"Wir müssen hoffen, dass das Wetter passt. Das Himmelsereignis wird von 16:30 bis 18:00 auftreten"
, so der Physiker.

Das große Problem sei laut Gruber auch, dass wegen der Corona-Pandemie derzeit alle Sternwarten gesperrt sind und derzeit auch die Wetterlage nicht optimal ist. Man sei jedoch dabei, ein Netzwerk aus Hobby-Astronomen aufzubauen, die ihr Wissen und genaue Erklärungen zur Jupiter-Saturn-Konjunktion am 21.12. anhand eines Live-Streams den ZuseherInnen vermitteln.

Eine Möglichkeit, dabei zu sein, bietet die britische University of Exeter. Die Astrophysiker wollen das Spektakel an einem ausgewählten Tag zwischen 15. und 23. Dezember (abhängig vom Wetter) live übertragen: http://jupitersaturn2020.org